Blick zurück – Weltsalon 2010

»Spurwechsel – auf dem Weg in die Zukunft« lautete das Motto des Weltsalons 2010 – und darum ging es auch in den drei thematischen Schwerpunkten. Die Themenwoche »Mensch und Mensch« beleuchtete die Herausforderung des »Zusammenlebens auf einer Kugel«: den Krieg um Frieden, den Klimawandel und dessen Folgen globale Ungerechtigkeit und Flucht. Der Schwerpunkt »Wilde Erde, wildes Leben« erzählte von der Faszination des Lebens über und unter Wasser, aber auch von dessen Bedrohung. In einem dritten Themenfokus wurden schließlich »Mutigmacher« vorgestellt: Menschen, die Beeindruckendes leisten für die Wissenschaft, die Gesellschaft, ein friedliches Miteinander oder ihr ganz persönliches Umfeld. Menschen, die Mut machen.
»Mensch und Mensch«
365 Krisen erfasste das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung im Jahr 2009, 31 stuften die Friedensforscher als schwere, bewaffnete Konflikte ein, sieben als Kriege. Das bedeutet Tausende Todesopfer und unfassbares Leid für die Zivilbevölkerung. Gekämpft wird um Ressourcen und Rohstoffe: um Öl oder Gas, um den Zugang zu Wasser. Auch die Bundeswehr ist da, wo sie nie mehr sein wollte: im Krieg – um den Frieden wiederherzustellen. Ein Irrweg?
Auch der Klimawandel könnte zum Thema der Militärstrategen werden. Forscher prognostizieren, dass der Klimawandel in 20 bis 30 Jahren große Fluchtbewegungen auf dem Planeten auslösen wird. Schon werden Pläne geschmiedet, wie die „Festung Europa“ zu sichern sei, um den Anmarsch der Klimaverlierer abzuwehren. Kommt das Jahrhundert der Klimakriege?
»Wilde Erde, wildes Leben«
Wenn angestammte Lebensräume verloren gehen, setzen sich auch Wildtiere in Bewegung. Dabei kommen viele von ihnen der menschlichen Zivilisation immer näher: In manchen deutschen Städten gibt es mehr Füchse in der Stadt als in den umliegenden Wäldern. Das Wilde hat längst Einzug gehalten – es ist mitten unter uns, mitten in München.
»Das Wilde« genau zu betrachten, würde sich lohnen: Ein Blick in die Tierwelt zeigt, dass viele Tiere sich in äußerst erfolgreichen Überlebensgemeinschaften zusammenschließen und damit erreichen, was dem Menschen nicht gelingt: in funktionierenden Gesellschaftsformen zu überleben.
»Die Mutigmacher«
Menschen machen Geschichte. Die einen stehen im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, andere agieren nahezu unbemerkt, aber mit nicht minder starker Wirkung. In dieser Woche erzählten »Mutigmacher« ihre Geschichte: Was sie motiviert und antreibt, wofür sie kämpfen und welche Hindernisse und Risiken sie dabei in Kauf nehmen.
Unter anderem auf der Bühne des Weltsalon 2010:
Hermann Josef Hack, Beuys-Schüler und Aktionskünstler, General a. D. Dr. Klaus Reinhardt, Bernd Mützelburg, ehem. Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für Afghanistan und Pakistan, Dr. Reinhard Erös, Oberstarzt a. D. und Gründer der »Kinderhilfe Afghanistan«, Friedensforscher Prof. Dr. Ekkehart Krippendorff, Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor des Centers for Interdisciplinary Memory Research, Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Dr. Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München, Prof. Dr. Peter Kappeler, Leiter der Abteilung für Verhaltensökologie und Soziobiologie, Deutsches Primatenzentrum, GEO-Autor Roland Schulz, Vera Bohle, deutsche Minenräumerin, Meera Jamal, pakistanische Journalistin im Exil, »Sir Vival« Rüdiger Nehberg, Kabarettist Ecco Meineke sowie viele andere.
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