Kunst am Platz
Das kreative Markenzeichen des Tollwood Festivals
Funkelnde Spiegelskulpturen, Wortkunstwerke und bunte Planeten
Neben Theater, Konzerten und Performances präsentiert Tollwood jedes Festival verschiedenste Kunstinstallationen und Skulpturen. Kunstwerke verwandeln die Theresienwiese in ein funkelndes Lichtermeer. Überall glitzert und leuchtet es – ein Rundgang über das Festivalgelände zeigt die Vielfalt.
Auf dem Tollwood Winterfestival 2025 heißt eine große, glitzernde Friedenstaube das Publikum auf dem Festival willkommen. Torsten Mühlbach und Gregor Passens haben das Motto „Jetzt erst recht!“ zum Winterfestival in Szene gesetzt. Tollwood hat mit Torsten Mühlbach im Interview über das Kunstwerk gesprochen.
Torsten Mühlbach: Friedenstaube
Am tanzenden Bacchus vorbei heißt die Friedenstaube das Publikum auf dem Festival willkommen. Torsten Mühlbach hat gemeinsam mit Gregor Passens das Motto zum Tollwood Winterfestival in Szene gesetzt. Als zentrales Symbol für Frieden macht die Skulptur, aus unzähligen kleinen Spiegelfragmenten zusammengesetzt, Hoffnung. Ebenso hoffnungsvoll schimmern Zauberwald, Pegasus und neu ein imposanter, freundlicher Schneemann. So unterschiedlich sie sein mögen, so viele Gemeinsamkeiten haben sie auch – genau wie wir alle.
Eine Taube für den Frieden
Torsten Mühlbach und Gregor Passens haben das Eingangskunstwerk zum Tollwood Winterfestival 2025 geschaffen.
„Jetzt erst recht!“ Für Frieden, Demokratie und Umwelt lautet das Motto zum Tollwood Winterfestival 2025. Wie setzt Ihr dieses Motto im Eingangskunstwerk um?
Seit vielen Jahren darf ich für das Tollwood immer wieder Kunstwerke gestalten und aufbauen. Es sind immer wieder spiegelnde Objekte, die sich in der Winterzeit bei früher Dunkelheit fantastisch mit Scheinwerfern in Szene setzen lassen und so Licht und Glanz in die dunkle Jahreszeit bringen. So war das Material Spiegel schon einmal gesetzt.
Warum fiel die Wahl auf die Taube als Symbol?
Spätestens seit der Friedenstaube von Picasso 1949 zum Weltfriedenskongress gilt sie als weltweites Symbol für den Frieden. Es war somit absolut nahliegend für Gregor Passens und mich, die Taube zu wählen. Jeder weiß um ihre Symbolik.
Frühere Arbeiten wie „Bacchus is Dancing“ und der Pegasus arbeiten stark mit Spiegeln und Discokugeln. Welche Bedeutung haben Reflexion und Glanz für die Aussage Deiner Kunst, besonders im Zusammenhang von Frieden, Demokratie und Umwelt?
Gregor Passens und ich arbeiten seit vielen Jahren auch immer wieder und mehr zusammen. Auch er arbeitet viel mit Spiegeln. Zunächst ist der Spiegel für mich und uns Material. Es ist Glas, das in seinem festen Aggregatzustand eigentlich immer noch flüssig ist. Ein Beispiel: Alte Fenster sind unten immer dicker als oben. Das Glas fließt. Glanz und Reflexion sind immer auch das Ergebnis einer guten Beleuchtung; das sind wunderbare Effekte, die die Skulpturen zum Leben erwecken. Wie die Spiegelkugeln in der Disco in meiner Jugend, welche immer im Zentrum des Raumes hing, gehen von den Objekten Strahlen in den Raum und erweitern die Wahrnehmbarkeit der Skulpturen über sich hinaus. Die Skulpturen bekommen eine Aura im wahrsten Sinne des Wortes Aus-Strahlung.
Das Motto „Jetzt erst recht!“ präsentiert sich entschlossen und gleichzeitig als positiver Aufruf. Welche Haltung verbindet die Taube mit dem Slogan „Jetzt erst recht!“ Ist es Appell, Mahnung oder Trostzeichen?
Ohne Frieden keine Freiheit. Freiheit existiert nur im Frieden. Als bildender Künstler geht es immer nur um die absolute Freiheit. Somit ist die Taube für uns Mahnung und Trost gleichzeitig. Alles ist nichts ohne Frieden, Freiheit, Demokratie.
Auf dem Tollwood Winterfestival fungiert Kunst zugleich als Blickfang und Gestaltungselement sowie als politisches Statement. Welche Reaktion soll das Publikum erleben, wenn die Taube auf der Theresienwiese funkelt?
Vor allem erst einmal Staunen, ein „Oh“ oder „Ui“ wäre Super.
Nein im Ernst: Freude wäre das Ziel. Und Staunen. Und dass sich die Menschen im Nachgang in den Familien und Freundeskreisen darüber unterhalten.
Die Herstellung großer, spiegelnder Skulpturen stellt technische und logistische Anforderungen. Welche handwerklichen Lösungen und Herausforderungen bestimmen die Arbeit an der Taube?
Für so ein großes Kunstwerk müssen wir zunächst die Statik lösen. Außerdem muss es für den Transport und die Lagerung auch wieder zerlegt werden können. Die Innenkonstruktion ist eine Herausforderung. Wir müssen das Gewicht so gering wie möglich halten, und dennoch allerhöchste Stabilität erreichen. Aber Herausforderungen sind natürlich Teil der Jobbeschreibung eines Künstlers (lacht).
Es lässt sich von Feststimmung bis Nachdenklichkeit vieles in Deinen Werken lesen. Wie lässt sich das ästhetische Vergnügen am Glanz mit einer ernsthaften Botschaft zu Demokratie und Umwelt verbinden, ohne das eine dem anderen zu opfern?
Kunst ist frei – und somit auch ihre Interpretation durch die Rezipient*in. Meine Skulpturen tragen immer Inhalt. Vergnügen und Botschaft schließen sich nicht aus. Demokratie macht auch nur Spaß, wenn man sie lebt. Mit der Umwelt ist es ähnlich: Man kann die Natur nur lieben, wenn man sie schützt und bewahrt.
Welche Gedanken soll das Publikum zu Frieden, Demokratie und Umwelt mitnehmen, wenn es das Eingangskunstwerk betrachtet?
Demokratie braucht Frieden, Umwelt braucht Frieden. Demokratie braucht den Bürger. Demokratie lebt und erblüht nur durch Machen und selbst Mitgestalten. Jede*r kann sich engagieren für Demokratie Umwelt und Frieden. Machen und Gestalten. Loslegen.
Veronika Angloher: Peace-Zeichen
Ein großes Symbol für den Frieden hat die Künstlerin Veronika Angloher für Tollwood geschaffen: ein riesiges Peace-Zeichen, auf das die Besuchenden mit farbigen Plaketten ihre Hoffnungen und Friedensbotschaften heften können. Ein vielfältiges Zeichen für die Welt!
Kreative Kunstwerke
Torsten Mühlbach: Bacchus is Dancing
Vor dem Haupteingang des Winterfestivals empfängt die Besucher*innen Torsten Mühlbachs beliebte Skulptur „Bacchus is dancing“, besser bekannt als leuchtende Weinrebe. Der römische Gott, war, wie sein griechischer Bruder Dionysos, dem Rausch zugetan und Torsten Mühlbach widmet seine Skulptur diesem Gott.
Andrey von Schlippe: Planeten
Beim Blick zum Münchner Himmel sieht man nicht nur leuchtende Sterne, sondern auch die Planeten von Andrey von Schlippe, die über dem Markt der Ideen schweben. Genauso vielfältig, wie unsere Erde ist auch das Universum. Ein Symbol für Vielfalt und Offenheit gegenüber dem Unbekannten.
Torsten Mühlbach: Zauberwald & Pegasus
Es glitzert und funkelt, wenn Tollwood die Kunstwerke von Torsten Mühlbach auf dem Winterfestival zeigt. Im Zauberwald am Haupteingang begrüßt ein drei Meter hoher Spiegelschneemann die Besuchenden. Am Eingang an der Bavaria beherbergt ein Zauberwald den leuchtenden Pegasus und ein rund zwölf Meter hoher Weihnachtsbaum aus Discokugeln strahlt über das Gelände.
Adam Stubley: Wort-Skulpturen
Auf die Kraft der Worte setzt Adam Stubley mit seinen Wortskulpturen MUT und WIR ALLE. Und WERTE MENSCHEN begrüßt vor dem Haupteingang – passend zum diesjährigen Festivalmotto „Jetzt erst recht! – Für Frieden Demokratie und Umwelt.“
Veronika Angloher: Zaungestaltung
„Jetzt erst recht! – Für Frieden, Demokratie und Umwelt“ – das Motto des Winterfestivals spiegelt sich auch in der Zaungestaltung der freischaffenden Künstlerin Veronika Angloher wider. Die große Friedenstaube bleibt nicht allein: Ein Schwarm auf dem Zaun begleitet die Besuchenden auf das Winterfestival. Aus einem einzelnen Symbol wird eine Gemeinschaft. Denn wir müssen zusammenhalten – jetzt erst recht!



Andrey von Schlippe: Planeten
Torsten Mühlbach: Zauberwald & Pegasus
Adam Stubley: Wort-Skulpturen
Veronika Angloher: Zaungestaltung