Das Winterfestival 2009: ein Rückblick
Unter dem Motto »Himmel & Hölle« fand das Kulturprogramm, das von Oper über Zirkus und Performances bis hin zu Kabarett und Live-Musik reichte, bei den Besuchern begeisterten Anklang. Auch das Programm im Weltsalon, das den zweiten Schwerpunkt des Festivals bildete, erfreute sich beim Publikum großer Beliebtheit. 75 Prozent der über 300 Veranstaltungen fanden bei freiem Eintritt statt. Auf dem passend zum Motto gestalteten Festivalgelände stellten 230 internationale Kunsthandwerker aus; 50 Gastronomiestände, die zum 13. Mal biozertifiziert worden waren, boten Kulinarik aus aller Welt.
Im Theaterzelt Grand Chapiteau feierten drei der vier Gastspiele Deutschlandpremiere. Die legendären Londoner Tiger Lillies gaben mit »The Tiger Lillies Freakshow« einen fulminanten Einstieg das Theaterprogramm, von dem die Süddeutsche Zeitung schrieb: »…eine Melange aus Melancholie und Verruchtheit, die stellenweise fast zum Heulen schön ist«. Ebenso wie die Inszenierung der Tiger Lillies waren auch sämtliche Vorstellungen der Opernparodie »Irmingard« des Wiener Blechbläserseptetts Mnozil Brass ausverkauft. Über sie schrieb die tz München euphorisch: »Wer die verpasst, verpasst was fürs Leben«. Aber auch das russische Clownstheater Teatr Licedei begeisterte die Besucher mit ihrer Deutschlandpremiere »Semianyki«, und für »La Vie«, die Deutschlandpremiere der kanadischen Artisten der Compagnie The 7 Fingers waren nur bei wenigen Vorstellungen noch Karten erhältlich.
Der Weltsalon, der zum dritten Mal auf dem Winterfestival vertreten war, bot mit Podiumsdiskussionen, Kabarett, Ausstellungen, Diavorträgen und Filmen ein Forum für die großen sozialen und ökologischen Themen unserer Zeit. Prominente Persönlichkeiten wie der der ehemalige Bundesminister Dr. Heiner Geißler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke München, Dr. Kurt Mühlhäuser, die Vorsitzende der Organisation »Menschen für Menschen«, Almaz Böhm, die alternative Nobelpreisträgerin Dr. Ruth Manorama und viele andere setzten sich mit unterschiedlichen Themen in vier Veranstaltungsreihen auseinander.
Performances und Walking Acts erweckten auf dem Festivalgelände die Welt der Gegensätze zum Leben: Im Eingangsbereich thronte das Skulpturenpaar »Engel und Teufel« des japanischen Künstlers Mukai Katsumi, am Eisstrand, einer Eislaufbahn aus Kunststoffplatten, gestaltete die deutsch-französische Gruppe UliK & Le Snob mit einer phantastischen Feuerperformance den Auftakt des Festivals. Ihnen folgte bei eisigen Temperaturen der kälteste Poetry Slam des Jahres, »Poetry on Ice«.
Mit dem neuen Jahr startet Tollwood in die neue Festivalsaison. Am 1. Juli beginnt das Sommerfestival 2010 im Olympiapark Süd. Hier finden Sie einen ersten Einblick in das Sommerprogramm [>>].

- Foto: Anton Brandl