FAIRER HANDEL UND MENSCHENWÜRDE

- Foto: Fairtrade Österreich
Während Kinder hierzulande an Übergewicht leiden, kämpfen sie in Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda oder Nepal ums nackte Überleben: Weltweit leiden etwa 960 Millionen Menschen an Unterernährung – viele davon sind Kinder.
Rund eine halbe Milliarde Menschen weltweit muss mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Mehr als 218 Millionen Kinder arbeiten, weit über die Hälfte schuften dabei unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen: Sie knüpfen Teppiche, hauen Steine, werden als Haussklaven oder auf Plantagen als billigste Arbeitskräfte ausgebeutet. Politiker diskutieren seit vielen Jahren »Rezepte« gegen Armut und Hunger, passiert ist jedoch bislang noch viel zu wenig.

- Foto: TransFair e.V.
Mitleid allein macht nicht satt
Nicht nur die Politik ist gefordert – auch wir als Verbraucher können viel bewegen. Zum Beispiel, indem wir bewusst zu Produkten aus Fairem Handel greifen. Bananen aus Ecuador, Kaffee aus Tansania, Kakao aus Ghana, Baumwollprodukte aus Indien – die Auswahl global gehandelter Waren in den Geschäften wird immer größer und vielfältiger. Wer beim Einkauf auf die Label des Fairen Handels achtet, kann sicher sein, dass er einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern leistet. Die Label garantieren beispielsweise, dass Kleinbauern einen fairen Preis und Landarbeiter einen fairen Lohn erhalten, langfristige und verlässliche Handelsbeziehungen eingegangen werden sowie Zwangsarbeit und ausbeuterische Kinderarbeit ausgeschlossen sind. »Zusätzlich stammen mittlerweile über 70 Prozent der fair gehandelten Produkte auch aus ökologischer Landwirtschaft«, freut sich Naturland-Sprecher Carsten Veller.
Das Tollwood Festival: Bio, vielfältig, fair
Nach der Umstellung der Festivalgastronomie auf Bio bringt Tollwood auch im Bereich des Fairen Handels den Stein ins Rollen. In der Gastronomie können sich Besucher ab sofort auf Reis, Tee, Kaffee, Bananen und Wein aus Fairem Handel freuen. Auch Kunsthandwerker und Händler machen mit und garantieren bereits für diesen Sommer, dass für insgesamt 45 Prozent der Waren und Rohstoffe aus so genannten Entwicklungsländern ein Nachweis besteht, dass sie nach den Kriterien des Fairen Handels hergestellt wurden. In den kommenden Jahren soll dieser Anteil Schritt für Schritt gesteigert werden – das Ziel ist ehrgeizig: Tollwood soll 100 Prozent bio und fair werden. Darüber freut sich auch Heinz Schulze, Agenda 21-Koordination »Eine Welt« München; schließlich ist die Landeshauptstadt selbst aktiv: »Wir kaufen keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit und fördern den Fairen Handel.« Diesem Beschluss haben sich inzwischen 150 Städte und Landtage angeschlossen.
Die Landeshauptstadt München und fairer Handel
Gemäß dem Leitziel »von München soll kein Schaden ausgehen« engagiert sich die Landeshauptstadt München für den fairen Handel und eine gerechtere Gestaltung der Globalisierung. Dabei leistet sie einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit, Armut und Umweltzerstörung:
- Der Beschluss »München kauft keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit« aus dem Jahr 2003 ist nach wie vor aktuell. Weitere Informationen [hier >>]
- Die Stadt München nützt und kauft ausschließlich Blumen aus eigener Produktion, regionalen Gärtnereien oder - wenn andere Blumen zugekauft werden müssen - nur mit einem Siegel des fairen Handels wie das von FLP.
- Die Friedhofsatzung der Stadt München wurde im Jahr 2007 dahingehend geändert, dass nur noch Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die nachweislich ohne ausbeuterische Kinder- und Sklavenarbeit hergestellt wurden (wenn aus Indien oder China). Nachdem ein Münchner Steinmetzetrieb erfolgreich gegen diese Satzung klagte (Normenkontrollklage), bemüht sich die Stadt jetzt um eine Gesetzesänderung auf Bundesebene und fördert das zivilgesellschaftliche Engagement. Weitere Informationen [hier >>]
- Die Stadt fördert den fairen Handel:
- »München Kaffee« (bio-fair-schmackhaft) von FairKauf München eG www.muenchen-kaffee.de
- Veranstaltungen, Seminare, Publikationen und Aktionsgruppen im Bereich der Eine Welt Arbeit
- www.agenda21-muenchen.de und www.nordsuedforum.de
- durch den eigenen Konsum als Verwaltung
- durch Aktivitäten im Bereich ethisch-ökologische Geldanlagen
Kontakt zur Agenda 21 - Eine Welt - Koordination beim Referat für Gesundheit und Umwelt [>>]